GEO - Tag der Artenvielfalt

-eine Entdeckungsreise auf dem Gelände des Seniorenhaus Berghof-

In diesem Jahr veranstaltete das Seniorenhaus Berghof in Neuerburg nun schon zum fünften Mal den sehnsüchtig erwarteten Tag der Artenvielfalt, der vom Hamburger Reportagenmagazin „GEO“ ins Leben gerufen wurde.

Schon etliche Monate vorher begann Projektleiter Hubert Heck mit den Vorbereitungen auf diesen besonderen Tag. Tatkräftig wurde er dabei von Jung und Alt unterstützt, die allesamt die Natur erleben und voneinander lernen wollten. Im Vordergrund stand hierbei besonders, die Generationen einander näher zu bringen, um gemeinsam einen Bezug zur Natur herzustellen.

Über mehrere Wochen wurden schon Erlebnistage veranstaltet, bei denen die Teilnehmer die Natur in Feld, Wald und Wiese erforschten. Hierfür bieten sich auf dem Gelände des Seniorenhaus Berghof zahlreiche Möglichkeiten:

So führt zunächst der sogenannte „Gartenpfad“ vorbei an verschiedenen Beerensträuchern im „Naschgarten“ hin zu einem kleinen Nutzgarten, in dem mehrere Sorten Getreide und Gemüse, wie beispielsweise Buchweizen, Mais und Erbsen angebaut werden.

Weiter geht es zu zwei Hochbeeten, die rechts und links den Weg weisen. Diese wurden in liebevoller Handarbeit unter Anderem mit über 40 verschiedenen Gartenkräutern sowie Erdbeeren bepflanzt.

Dem Pfad folgend erreicht man das an der bunten Trockenwiese gelegene „Insektenhotel“, in dem sich Wildbienen und andere Insekten eingemietet haben. Nur ein paar Meter weiter liegt ein idyllischer Teich; da hier keine Fische sind, fühlen sich Molche, Frösche, Libellen und viele andere kleine Wassertiere sehr wohl. Des Weiteren findet sich dort eine Vielzahl heimischer Wasserpflanzen. Wenn man nun die am Hang liegende Trockenwiese mit den vielen typischen Blüh- und Duftpflanzen ein paar Schritte hinaufsteigt, erblickt man das Projekt „Flachdachbegrünung“. Hier wachsen inzwischen selbst ausgesäte Kräuter und Blumen der Umgebung neben eigens gepflanzten Dachgewächsen. Direkt darüber liegt die „Schafswiese“, auf der schon in den vergangenen Jahren anlässlich des „Geo-Tags der Artenvielfalt“ spontan über 45 Kräuter, Pflanzen und Tiere gefunden wurden.

Vorbei an einer, vom Landwirt extensiv genutzten alten Wiese, verlässt man nun vorerst den „Gartenpfad“ und betritt neben einem reinen Fichtenwald den sich schon länger selbst überlassenen, sehr abwechslungsreichen Mischwald. Von diesem „Waldpfad“ aus hat man eine gute Sicht auf die in vorherigen Projekten mit Kindern gebaute Holzhütte, die gerne von den Kindergruppen zum Picknicken genutzt wird. Welchen Wald die Kinder schöner finden ist bestimmt jedem klar? Ebenso gehören zu dieser „Waldecke“ 25 namentlich gekennzeichnete verschiedene Bäume. Dieser „Baumpfad“ ist noch in der Erweiterung, hier sollen baldmöglichst weitgehend alle heimischen Bäume und Sträucher wachsen.

Vorbei an Baumstümpfen, die noch zu Sitzbänken verarbeitet werden sollen, schließt sich nach der kleinen Exkursion in den Wald wieder der „Gartenpfad“ an.

Von dort aus sind es nur wenige Schritte bis zu einem Kräutergarten, in dem Wildkräuter und Stauden vom Frühjahr bis in den Herbst als Bienenweide dienen und uns Menschen stets Neues zeigen. Angrenzend wurde dort neben alten Apfel- und Birnbäumen eine Ecke mit jungen Obstbäumen bepflanzt. Zum Entspannen lädt hier eine kleine Sitzecke ein, die zu dem herrlichen Duft der Kräuter auch eine einzigartige Aussicht über das ganze Gelände des Seniorenhaus Berghof bietet.

Weiter geht es in ein kleines Tierparadies, wo sich Ente Paula mit ihren 7 Kindern sowie ca. 30 Kaninchen in einem benachbarten Gehege sichtlich wohlfühlen.

Außerdem findet man auf der Entdeckungstour eine weitere bunte Wildblumenecke, zu der sich Kornblumen, Klatschmohn, Kamille und andere Ackerblumen von den Nachbarfeldern gesellt haben. (Ein Lob an die Plascheider Landwirte, die hier nicht mehr alle Ecken und Randstreifen mit „Unkrautvernichtungsmitteln“ spritzen, sodass hier die Wege von den schönsten Ackerblumen gesäumt sind.)

Außerdem kann man im Schatten eines großen Kirschbaums einige Disteln und Brennnesseln entdecken. Diese dienen Schmetterlingen, die nur an diesen Pflanzen ihre Eier ablegen, als Zuhause. Für einige Besucher scheint dies unordentlich und nicht gepflegt; man sollte jedoch bedenken, dass viele nützliche und wichtige Kleintiere, die uns im Alltag Abwechslung bringen und in der Natur einen wichtigen Beitrag leisten, gerade an solchen Pflanzen einen Rückzugsort finden.

Schließlich endet der Rundgang in der Nähe des Nutzgartens auf einer noch nicht bepflanzten Fläche, die in naher Zukunft in eine „praktische Grünfläche“ umgebaut werden soll, um gegebenenfalls als Hubschrauberlandeplatz zu dienen.

Neben soviel „gepflegten“ naturnahen bzw. naturbelassenen Bereichen mit Pflanzen aus der Region gibt es unter und neben dem großen Silberahorn, direkt vor dem Altenheim für die Tulpenliebhaber eine mit Kindern und Bewohnern gemeinsam gestaltete Fläche mit vielen bunten Frühjahrsblühern. Bis zum Herbst wechseln sich hier die verschiedensten Blumen aus dem Katalog beim Blühen ab.

Die Natur so direkt vor unserer Haustür bietet zudem auch die Möglichkeit, demente Menschen bei der „Gartentherapie“ in den Alltag zu integrieren, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich draußen aufzuhalten oder gar selbst wieder im Garten oder bei den Tieren mitzuhelfen. Durch diesen direkten Kontakt zur Natur wird die Lebensqualität sowie die Sinneswahrnehmung deutlich verbessert.

Dieses umfangreiche Naturangebot mit ihrer Artenvielfalt bringt Jung und Alt im Berghof zusammen, sodass Generationen sowohl voneinander als auch miteinander Altes und Neues erfolgreich lernen. So erfahren Kinder nicht nur den Umgang mit der Natur, sondern erweitern gleichzeitig ihre sozialen Kompetenzen.

Abschließend lässt sich sagen, dass jeder einzelne Erlebnistag am Seniorenhaus Berghof für jeden stets etwas Neues zu bieten hat und Entdeckungen an der Tagesordnung sind, ja sogar ständig umfangreicher werden.

Neuerburg im Juli 2011

von 2 größeren Teilnehmerinnen der Erlebnistage Verfasst, vielen Dank