Erlebnistage
Der Berghof -
ein Ansatz zum generationenübergreifenden Umweltlernen


Ja, er könne gerne vorbeikommen, berichtet Hubert Heck als der Landschaftsplaner ihm seine Pläne zur Außengestaltung persönlich vorstellen wollte. Dem Leiter des Seniorenheimes in Neuerburg war sofort klar, dass diese Gestaltungsvorschläge zu eintönig sind. Sicher wenn der Hausmeister mit dem Rasenmäher über die Grünanlagen fährt, ist das kostengünstiger gibt er zu. Aber Hubert Heck ist ein Naturfreund, wie die meisten seiner Bewohner ist er mit einem Beeren-, Gemüse- und Kräutergarten sowie Hühnern beim Haus aufgewachsen. Auch ein herumliegender Stein- und Holzstapel als Unterschlupf für Kleintiere, eine Wiese mit Schafen und Wildblumen spricht ihn mehr an als ein Einheitsrasen.

Gegen 8.30 Uhr kommt der Bus und bringt eine Gruppe lebhafter Kinder auf den Berghof. Die Senioren sind gerade beim Frühstücken. Nicht alle Kinder im ländlichen Raum erleben noch, wie das Alter Menschen verändert. Berührungsängste abbauen und das Verständnis für ältere Menschen wecken, das ist das Anliegen von Heck bei der Kooperation mit dem Neuerburger Kindergarten. Durch seine Weiterbildung als Naturtrainer kann er seine Freude an der Natur und sein Interesse an Kindern mit seinem beruflichen Hintergrund verbinden. Wenn die Kinder das Frühstück mit einem gemeinsamen Lied mit den Senioren beenden, tritt ein Leuchten in deren Augen auf. Mehrere Senioren haben eigene Enkel und freuen sich, in die unbeschwerten Kindergesichter zu schauen. Nach dem Lied sind die Kinder nicht mehr drinnen zu halten. Zusammen mit den Erzieherinnen rennen sie auf das Außengelände. Mit Traktoren, Anhängern und ihren Händen holen sie Löwenzahn für die Hasen. Der Naturtrainer hat den Löwenzahn an einem Saum stehen lassen.

Inzwischen haben auch einige Senioren den Weg nach draußen gefunden und kommen ins Gespräch mit den Kindern. Später wenn die Beeren im Naschgarten oder auf dem Hochbeet reif sind, ist dies ein gerne aufgesuchter Ort sowohl für die Bewohner als auch die Kinder. Ein Teil der Kinder begleitet Kerstin Sydow, eine Mitarbeiterin des Berghofes, die ebenfalls an der Naturtrainer Weiterbildung des Umweltministeriums teilgenommen hat, beim Pflanzen von Königskerze, Minze und Thymian in den Kräutergarten. Nachdem die Hasen gefüttert und bestaunt wurden geht der andere Teil der Kinder mit Herrn Heck. Sie schauen, wie sich die im Herbst gepflanzten Zwiebelpflanzen entwickelt haben. Zusammen mit den Kindern wird überlegt, was Pflanzen alles zum Wachsen brauchen. Die beiden Naturtrainer haben inzwischen Töpfen und Erde bereitgestellt, in welches jedes Kind Süssmaissamen ausbringen darf. Auch vorgezogene Tomatenpflanzen werden von den Kindern sorgfältig in einzelne Töpfe umgepflanzt, die sie dann voller Stolz mit nach Hause nehmen dürfen. Die begleitenden Erzieherinnen sind überzeugt von diesem Ansatz des Berghofes. An der Zufriedenheit der Kinder kann man beobachten, dass Heck mit seinem Konzept richtig liegt, weiß Frau Gubert, die erfahrene Erzieherin zu berichten. Inzwischen kommt der Bus, die Kinder machen sich zur Abfahrt bereit. Sie haben einen mit praktischen Naturerlebnissen durchzogenen Vormittag genossen. Kein Bilderbuchwissen oder Computerspiel kann diese Erfahrungen ersetzen, ergänzt die begleitende Naturpädagogin des Naturschutzbundes Elsbeth Winkler. Neben der Zusammenarbeit mit dem Neuerburger Kindergarten bietet der Berghof an verschiedenen Samstagvormittagen naturkundliche Aktivitäten für Familien und Kinder an.

Nähere Informationen unter Tel. 06564-967013 bei Hubert Heck

oder unter www.Erlebnistage-fuer-jung-und-alt.de